(Unternehmens-)Impuls mit Diskussion
Dr. Poppen stellt den Standort der Vorwerk Elektrowerke in Wuppertal Laaken vor. Neben einem Teil der Produktion sind in Laaken auch Forschung und Entwicklung angesiedelt. Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. Einerseits im laufenden Betrieb: Zur Umsetzung des Vorwerk-Klimaschutzziels werden grüne Energien beschafft, Dienstfahrzeuge auf elektrische Antriebe umgestellt und es wird eine Photovoltaikanlage installiert. Verbleibende CO2-Emissionen werden – im Rahmen des gruppenweiten Klimaschutzziels – im Jahr 2022 erstmals kompensiert („Klimaneutralität“).
In der Diskussion wird nach der Bedeutung der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) gefragt.
Das Thema ist für Vorwerk besonders wichtig, weil Vorwerk eigene, direkte Vertriebskanäle hat, so Dr. Poppen. Daher setzen sich die Elektrowerke intensiv mit den entsprechenden Themen (z.B. Einsatz von Rezyklaten, Recyclefähigkeit und Reparierbarkeit) auseinandersetzen. Das Unternehmen ist dabei von den eigenen Umweltschutzambitionen, der Marktdifferenzierung über Nachhaltigkeit sowie von der regulatorischen Debatte angetrieben.
Nachhaltigkeitsaktivitäten des Vorwerk-Konzerns und der Vorwerk Elektrowerke
Thomas Hajduk präsentiert den Nachhaltigkeitsansatz auf Ebene der Vorwerk Gruppe, der die Klammer für die Nachhaltigkeitsansätze in den Geschäftsbereichen bildet. Acht Handlungsfelder spiegeln die große Bandbreite von Themen, die sich aus Produktion, Vertrieb und auch Finanzdienstleistungen innerhalb der Vorwerk Gruppe zusammensetzen, wider. Ein mit verschiedenen Funktionen und Vertretern aus allen Geschäftsbereichen besetztes Group Sustainability Team unter Vorsitz des Chief Operating Officers ist für die Weiterentwicklung der Themen zuständig. Über eine regelmäßige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den GRI Standards wird seit 2016 Transparenz geschaffen. Im letzten Nachhaltigkeitsbericht wurde das neue Klimaschutzziel veröffentlicht, dass die Vorwerk Gruppe bis 2025 zwei Drittel ihrer eigenen CO2-Emissionen (Scope 1+2) reduzieren will und bereits ab 2022 Restemissionen kompensieren wird, wodurch die bilanzielle Klimaneutralität erreicht wird. Eine Herausforderung für die nächsten Jahre ist die Vorbereitung und Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive, also der Pflicht zur Erstellung eines integrierten Geschäftsberichts.
Mit Blick auf die Herausforderung, CO2-Emissionen in der betrieblichen Mobilität zu senken (Dienstreisen, Pendelverkehr), schlägt Thomas Hajduk die Gründung eines ZN HOCH3-Aufgabenkreises „Nachhaltige Mobilität“ vor und bittet bei Interesse bis zum 2.2.2022 um eine Meldung an:
thomas.hajduk@vorwerk.de
Dr. Wilhelm Floer stellt die CO2-Bilanzierung der Vorwerk Elektrowerke vor.
Am Anfang steht die Scope 1,2,3-Ermittlung, um zu wissen wie groß der CO2-Fussabdruck der Organisation ist. Die Vorgehensweise richtet sich nach dem Greenhouse Gas Protokoll. Systematisch in folgenden Schritten:
- Geschäftsführung einbinden
- Systemgrenzen operationell und organisatorisch festlegen
- Daten und Informationen aufbereiten
- Berechnungsmethode (GHG oder ISO 14064, ISO 14067) definieren
- CO2-Fußabdruck ermitteln
wurde der ökologische Fußabdruck bestimmt.
Eine besondere Herausforderung stellt erfahrungsgemäß Scope 3 mit seinen 15 Kriterien dar. Häufig stehen für die Berechnung keine Primärdaten zur Verfügung. Alternativ kann auf existierende proprietäre Systeme zugegriffen werden. Aus der CO2 Bilanz wurden fünf wesentliche Handlungsfelder identifiziert. Grundsätzlich gilt: Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren. Die Handlungsfelder leisten einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Klimaschutzziele. Für die geplante Installation einer Photovoltaikanlage sind einige spezifische Themen zu berücksichtigen. Durch die örtliche Nähe zu Circular Valley, auf dem Vorwerk Werksgelände beheimatet, finden regelmäßig Gespräche mit anderen Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft statt. Eine Übersicht zeigt, welche zahlreichen Kompensationsmöglichkeiten existieren und wie diese sich hinsichtlich Technologien, Projektstandorte, Standards bzw. Zertifikate und Kosten unterscheiden.
Sonderthema: Aktuelles zur Themenreise 2022
Pascal Biesenbach leitet ein und übergibt an die Gäste von Drees & Sommer. Götz Schönfeld und Michael Konopka von Drees&Sommer stellen die diesjährigen Themen der Themenreise vor, einer interdisziplinärem, branchen- und länderübergreifende Dialoginitiative mit hybriden Halb- und Ganztagesveranstaltungen durch Deutschland und seine Nachbarländer.
Dies ist lediglich ein Auszug des Netzwerktreffens. Das vollständige Protokoll mit Präsentationen ist ausschließlich den aktiven Teilnehmer*innen vorbehalten.